Boss SD-1 Super Overdrive

– Review – Stand 08.09.2025
Einleitung
Als ich mir 2011 dieses Pedal in einem kleinen Musikgeschäft kaufte, waren der günstige Preis und die auffällige hellgelbe Farbe die ausschlaggebenden Gründe. Zuhause zeigte der Boss SD-1 jedoch schnell seine eigentlichen Stärken – die ich im Folgenden beschreiben möchte.
Hardware
Der SD-1 kommt im typischen Boss-Formfaktor:
- Anschlüsse: Audio-In rechts, Audio-Out links, 9V-Stromanschluss auf der Rückseite.
- Schalter: der bewährte Boss-Kippschalter mit Frontschraube, unter der sich das Batteriefach verbirgt.
- Bedienung: drei Drehregler für Level, Overdrive und Tone, dazu eine rote Status-LED.
Praxis
Am Netzteil betrieben, zeigt die LED klar an, ob das Pedal aktiv ist oder nicht. Die Bedienung ist simpel und typisch Boss: einstecken, anschalten, loslegen.
Sound
Das Klangbild des SD-1 ist mittenbetont – Bässe und Höhen sind deutlich reduziert.
- Overdrive: Von leichtem Crunch bis kräftigem Overdrive mit angenehmer Kompression. Für Distortion ist das Pedal nicht ausgelegt, dennoch kann es ordentlich zerren.
- Tone-Regler: bewegt den Sound von dumpfer/weicher bis offener. Selbst voll aufgedreht liegen die Betonungen mehr in den oberen Mitten als in den Höhen.
- Charakter: Der Klang ist drahtig, leicht „boxy“ und sehr dynamisch. Das Pedal reagiert gut auf die Spielweise – härterer Anschlag bedeutet mehr Zerrgrad.
Einsatzmöglichkeiten
- Im Bandmix: Mitten setzen sich durch. Tiefe Bässe (Bass, Kickdrum) und Höhen (Becken) sind ohnehin belegt – hier punktet der SD-1.
- 70er-Rock-Sounds: liefert er überzeugend.
- Booster: Vor High-Gain-Amps eingesetzt, strafft der SD-1 den Sound, verhindert matschige Bässe und schiebt die Mitten nach vorn.
- Allrounder: Durch den begrenzten Frequenzbereich klingt er in fast jeder Einstellung kontrolliert und bleibt benutzerfreundlich.
Am Bass?
Auch am E-Bass kann das Pedal interessant sein. Mittenboost plus Overdrive funktionieren gut – sofern man das trockene Bass-Signal über einen Splitter hinzumischt, um genügend Tiefbässe zu behalten.
Problem: Ghost-Signal
Ein bekanntes Manko: Im Bypass-Modus kann neben dem Clean-Signal ein ganz leicht verzerrtes Signal durchschimmern. Mit weiteren Effekten in der Signalkette oder durch Amp-Verzerrung verstärkt sich dieser Effekt.
Lösung
Wie Dieter Stenzel auf guitartest.de beschreibt, verschwindet das Problem, wenn dem SD-1 ein anderes Boss-Pedal oder ein Gerät mit niederohmigem Ausgang vorgeschaltet wird. Eine einfache, aber effektive Lösung.
Fazit
Der Boss SD-1 ist nicht nur wegen seines Preises ein Klassiker. Mit seinem mittenbetonten, dynamischen Sound hat er seit Jahrzehnten seinen Platz auf unzähligen Pedalboards – ob als eigenständiger Overdrive, als Booster oder in kreativen Bass-Setups. Kleine Schwächen im Bypass-Betrieb ändern daran nichts.